Oman und Waba (16.12. bis 12.01. 2012)
- Geschrieben von Barbara & Walter
- Januar 28, 2012
- Land: Oman
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Waba reiten wieder – wir sind wieder auf unseren Fahrrädern, mit Zelt, Kocher und Wasserfilter werden wir unseren Urlaubsmonat füllen.
Kurzbeschreibung:
Wir hatten ein tolles Radfahren im Oman – der Winter mit nur 35 Grad erträglich, ein Monat Sonne und blauer Himmel, viel Gegenwind und in den Bergen sehr steil (bis zu 23%). Wir sind 1581 Kilometer geradelt haben 9266 Höhenmeter erklommen, 16x campiert und 10x im Hotel geschlafen.
Der Oman ist eine Männerwelt, in der Öffentlichkeit sind Frauen kaum präsent. Sehr gastfreundlich und Ausländern zugetan. Von 13:00 – 16:30 ist Siesta, alles geschlossen. Arbeiter vom indischen Subkontinent beherrschen (nicht nur) die Gastronomie. Gegrillter Fisch extrem köstlich für 2 Personen um die 8,- Euro. Ganz Oman ist ein „drive in“ – die Kommunikation erfolgt über Hupen! (genaueres siehe unten)
Highlights: die Wadis, enge Felsschluchten mit warmen Süßwasserpools und kleinen Wasserfällen laden zum Schwimmen ein. Berge, Burgen, Oasen und alte Lehmstädte, über allem Sultan Quabos der uns öfter von Plakatwänden zuwinkt.
Nun etwas ausfühlicher:
Die Grobroute ist geplant, wie immer stehen wir Neuem sehr offen gegenüber als wir aus dem Flugzeug steigen…es ist fast Mitternacht und verglichen zum damaszener Flughafen hier betriebsame Hektik. Der zweite Bankomat spuckt schon Geld aus: kaufen eine SIMkarte und schon sind wir mobil. In der Nacht wollen wir nicht Rad fahren und so suchen wir einen Schlafplatz, finden auch ein Rasenfleckerl ganz hinten am Parkplatz, es ist groß genug für unser Zelt und so schlafen wir erstmal.
Morgenkühle und Tau wecken uns. Wir reihen uns ein auf der Autobahn Richtung Muskat viel mehr Matrah weil dort sind die Hotels. Unser erster Eindruck omanische Autobahnen sind eine Gartenlandschaft: mit Bäumen, Büschen, blühenden Blumenbeeten und golffähigem Rasen, und wohin auch das Auge blickt kein Müll.
Der Waba-Motor stottert noch – müssen erst eine Tankstelle mit Luft finden, die Schaltung an Barbaras Rad will nicht so richtig, die Orientierung lässt zu wünschen übrig. Heiß ist uns, der Verkehrslärm macht uns zu schaffen und da fragen wir uns, wird das wirklich ein Urlaub? Können wir das noch?
Unser erstes Hotel direkt am Hafen mit Balkönchen auf den Fischmarkt, nach einem späten Frühstück erholen wir uns bei einer Siesta. Mittags wird’s richig heiß, die Sonne brennt runter 36 Grad. Das ist der Winter hier. Das Frühstück haben wir bei einem Inder eingenommen, sind entzückt über Dahl (Linsen) und Sabshi (Gemüseeintopf) mit Paratha (Brot) anschließende Tschay. (schwarzer Milchtee mit viel Zucker und Kardamon) Wir wissen noch nicht, dass das ganze Land, auch im kleinsten Ort, überall von Inder, Bangladeschi oder Pakistani bekocht wird. „Coffeeshop“ heißt das Zauberwort. Er ist auch gut für Samosa (kl. Imbiß) Kekse, Wasserflaschen und Klo, Nachfragen zur Orientierung: gibt’s die Straße? Ist sie asphaltiert? stimmen die Kilometerangaben auf der Karte?
Doch wir sind noch in Matrah und machen unseren ersten Ausflug nach Muskat. 8 km auf der Küstenstraße werden lang, weil wir wenig geschlafen haben in der Nacht – der hoteleigene Nachtclub läßt es bis in der Früh krachen - eine Party von den Kreuzfahrtschiffern, wie wir am Morgen erfahren. In der Nacht haben 3 von diesen Schiffen angelegt und ca. 5000 Touristen an Land gespült… sogar RadfahrerInnen sind unter ihnen – wir treffen sie im Volkskundemuseum in Muskat.
Die Stadt selbst hat neben Museen, Ministerien und anderen Verwaltungsgebäuden noch den Palast und die Marina des Sultans, außer Touristen und ein Heer von Reinigungs- und Gartenkräften nicht viel zu bieten. Besteht auch nur aus der kleine Bucht und ist von Felshügeln umgeben. Dort wo der alte Hafen und der Suq waren, steht jetzt der Palast.
Da finden wir den Suq von Matrah schon aufregender Weihrauchduft überall sind wir ja im Land des Weihrauchs.
Jetzt beginnt die Radreise und wir müssen feststellen, daß Oman ein gebirgiges Land ist mit steilen Strassen, denn die ps-starken SUVs haben auch mit 20% kein Problem. Autos ältern Datums sind nicht zu sehen. Wir schnaufen schon ganz ausgiebig, um die einzelnen Rampen zu bewältigen. Nach jedem Berg kommt jedoch auch das Schöne - wir rollen zur Küste runter.
Die omanischen Fischerdörfer sehen nicht so aus wie erhofft, es gibt ein paar Häuser die von allen Seiten mit hohen Mauern eingefriedet sind, keine Infrastruktur und die Küste ist naturbelassen. Kein „Coffeeshop“, keine Mole oder Hafen. Die kleinen Boote werden mit dem Auto den Strand raufgezogen. Ziegen sträunen herum das Meer rauscht beruhigend . Wir sitzen, trinken Wasser und schauen ein bisserl verloren. Natürlich ist Mittag und alle halten Siesta. Fünf Kilometer landeinwärts ist ein Dorf mit Coffeeshop, da radeln wir zurück, essen und beratschlagen was tun?
Die Auskünfte der Ortsansässigen sind widersprüchlich was Straßen, deren Zustand und sogar wo sie hinführen, anlangt. Mittelerweile funktioniert unser Wabarad-Motor schon und wir machen das was wir für richtig halten – was sich am Ende des Tages als falsch herausstellt. Wir sind wieder (fast) dort wo wir weggefahren sind. Mieten uns in einem schäbigen Hotel ein, welche obendrein teuer und kein Wasser im Badezimmer hat. Nach 2 ½ Stunden werfe ich die Installateure aus unserem Zimmer, wir wollen ins Bett, geduscht haben wir schon in einem andern Zimmer.
Morgens schaut die Welt schon besser aus, über Nacht ist das Wasser in unser Bad zurückgekommen, wir suchen einen Coffeeshop fürs Frühstück und die richtige Straße liegt vor uns. Quraiyat nach 90 km erreicht, eine Fahrt auf dem Pannenstreifen der Autobahn – eine andere Straße gibt’s nicht, obwohl die Karte es behauptet – durch die bizarre Berglandschaft aus Schieferstein, die ausschaut wie aufgewühltes Meer, grün, marmoriert mit Einschlüssen andersfarbiger Gesteine – ein Wunderwelt für Geologen. So stehts auch im Reiseführer.
Radeln die Ostküste runter – mitunter schöne Sandstrände völlig verlassen nur hin und wieder Fischer und deren Hütten am Strand. Hohe Berge sind nah manche über 2000m hoch. Wadi Shab unser Ziel. Stellen die Räder bei einem Omani unter und wandern durch die Salzwasserlagune hinein in die Schlucht. Ein Taifun hat 2007 hier an der Küste gewütet und auch im Wadi Shab seine Spur hinlassen. Viele Palmen nur mehr Stümpfe… Nach einer knappen Stunde Wanderung erreichen wir die Wasserpools watend und schwimmend tasten wir uns vor bis zum Ursprung der Quelle.
Eine Höhle mit 2 großen Domen und einen kleinen Wasserfall hier ist das Ende der begehbaren Schlucht.
Nach dem Schwimmen liegen wir zum Aufwärmen in der Sonne, essen unser Kekse sind zufrieden mit der Welt.
Sur, eine Hafenstadt wo noch Werften Daus und Boums bauen. Große seegängige Holzboote – heut mit Motor – früher Segler die Fracht von und nach Indien und China brachten. Das waren die Grundlagen für den Reichtum des alten Oman, eine Handelsvolk welches die Waren anschließend auf Dromedare durch die Wüste über Petra oder Damaskus zu den Mittelmeerhäfen brachten…
Wir haben leider keinen ruhigen Hafen/Hotel, denn um 0:30 in der Nacht beginnen schwere Arbeiten an der benachbarten Baustelle an Schlaf ist nur zu denken… extrem laut. Daher freuen wir uns auch über die verfrühten nächtlichen Weihnachtswünsche, die den Zeitunterschied (+ 4 Std) nicht eingeplant haben. Der Lärm ist uns keine zweite Nacht wert. So beschließen wir Weihnachten den Schildkröten zu widmen. Ras al Jinz und Ras al Hadd, die Orte wo Schildkrötinnen ihre Eier im Strand verbuddeln. Buchen das Weihnachtsessen im Resort, schlafen wollen wir im Zelt, denn vielleicht hat das Christkind eine Überraschung für uns und baut nächtens das Nachbarzimmer um. Das Buffet reichhaltig und lecker. Wir haben extra nicht Mittag gegessen, damit was Platz hat. Walter kann mit Stolz behaupten, dass er von jedem Gericht einen Teller gegessen hat. So warten wir auf die Scouts die schon am Strand nach Schildkröten Ausschau halten. Um 22:00 ertönt der Ruf: Schildkröte am Strand! Allein sind wir nicht – jedes Regionalliga-Fußballspiel in Österreich würde sich über der Anzahl der ZuseherInnen freuen, die da erwartungsvoll an den Strand pilgern. In vier Gruppen zu je 25 bis 30 Leute schleichen wir los – gut einen Meter lang ist sie unsere Schildkröte, grabt auch schon fleißig an ihrem Nest für die Eiablage…doch sie überlegt sich’s anders und robbt wieder zurück ins Meer. Es schlüpft noch eine Babyschildkröte handtellergroß und wieselt auch ins Meer, zuerst muß es aber noch für die Touristen posieren das arme Ding.
Die folgende Nacht schlafen wir sehr gut, ungestört und allein auf weiter Flur.
Es folgt ein Tag mit 65 km Gegenwind entlang der Küste Richtung Süden, weite Strände menschenleer – einige Dörfer mit gastfreundlichen Menschen – wir entdecken für uns ein selbstgeschütteltes Mangolassi – herrlich. (Joghurtdrink mit 100% Mangopulp aus dem gutsortiertem Kühlregal, sollte in jedem „foodstuff“ und „coffeeshop“ vorhanden sein!) Weil der Gegenwind nicht nur an unseren Haaren sondern auch an den Nerven zerrt – beschließen wir abzubiegen. Rein ins Land ein 90 Grad-Turn. Wer uns folgt ist der Wind - natürlich gegen uns - so wird das ein äußerst starker Tag bis wir uns in einem Motel einmieten.
Wadi Bani Khalid unser nächstes Ziel - es trennen uns aber unser erster Berg mit 600 Höhenmetern und steile Rampen. Doch wir wissen, es zahlt sich aus – Schwimmen im klaren warmen Wasser zwischen den Felsen erwartet uns am Ende des Anstiegs. Der Eingang zum Wadi auch nicht ohne, denn um die Autos draußen zu halten gibt’s keine Straße auf den letzten 200 Metern.
So balancieren wir die Räder auf den schmalen Simsen des Bewässerungskanals. Beim ersten Pool stehen kleine Pavillons, eine Brücke führt über Wasser zu einem Coffeeshop. Unsere Versorgung ist zwar gesichert – aber wir freuen uns über Dahl mit Paratha als Aufbesserung unserer Nudelnahrung. Schwimmen und erorschen das Wadi – weiter oben eine Quelle mit ganz kaltem klarem Wasser, eine Höhle angeblich mit kleinen Seen und Pools – uns schreckt ein bisserl der Gatsch und Schlamm ab, außerdem brauchen wir die Finsternis in der Höhle nicht und alles müssen wir nicht gesehen haben.
Um 17:00 gehen alle nach Haus und Barbara und Walter haben das Wadi für sich. Der Coffeeshop versorgt uns noch mit Wasser, quatschen über Indien und Nainital – auch da waren wir schon mit dem Fahrrad – der Koch kanns nicht glauben, dass wir in seinem Heimatort waren… eine „Hillstation“ in Indien mit einem langem Anstieg über 1600 Höhenmeter… hat uns damals gefordert.
Wir kochen, genießen die Stille – in der Nacht werden ein paar Vögel aktiv und nutzen das von Touristen verlassene Wasser. Eine Katze besucht uns – haut jedoch gleich wieder ab, weil es nichts zuholen/essen gibt für sie. Vom Wadi Bani Khalid führt eine Wanderweg über das Gebirge an die Küste ins Wadi Tiwi, die 28 km sollen in 14 Stunden zu bewältigen sein. Das werden wir ausprobieren, wenn wir wieder im Oman sind.
Wir sind mit den Rädern quasi ca. 380 km „außen herum“ gefahren.
Bei der rassanten Abfahrt zerreisst es Walter den Schlauch im Hinterreifen - dank der Steifheit des Schwalbemantel passiert nichts und das Rad bleibt in der Spur. Alles abpacken und Schlauchwechsel, beim ersten bricht beim ersten Pumpversuch das Ventil ab (Indisches Qualitätsprodukt, welches wir in Muskat gekauft hatten) der zweite Schlauch hat ein Loch, sodass wir nach ein paar hundert Metern schon wieder stehen und alles abpacken … dafür direkt bei einem Ziehbrunnen - so ist das Locherl gleich gefunden.
Es nähern sich die wirklichen Berge.
Am Weg zum Jebel Akhdar (Grüner Berg) schauen wir uns eine Lehmstadt an – oder viel mehr das was noch übrig ist. Es sind mehr Häuser verlassen als bewohnt und wie es aussieht, halten sich nur bewohnte Lehmhäuser, die andere verfallen ziemlich rasch. Unterm Dorf laufen die Wasserkanäle, so hat jedes der Lehmhäuser einen eigenen Wasseranschluß im Waschhaus, und das verdunstende Wasser wird im Hof zur Kühlung verwendet.
Das Haus des Erziehungsministers, welche jetzt als Heimatmuseum fungiert, können wir besichtigen. Zwei findige Bangladeshi führen uns durch die einzelnen Zimmer, die von einer dicken Staubschicht bedeckt der Besucher harren. Ein Sammelsurium von Walfischkochen über Geweihe, Töpfe, Schwerter und den unverzichtbaren Dolchen … ein Bild des Sultans und des Hausherrn … am Ende des Rundgangs sagen unsere Führer 10,- Rial sei als Eintrittsgeld angemessen – nur blöd, dass die Eintrittskarten mit 0,2 Rial am Tisch liegen. Er hat es probiert, für ihn gehören wir zu den Reichen.
Nach einem Mittagessen beginnen wir mit dem Anstieg auf den Grünen Berg. Die Steigung der Straße für uns keine Leichtigkeit (bis zu 23%) – da verstehen wir die Kontrolle, am Fuß des Berges durch die Armee. Die lassen nur 4×4 Autos mit maximal 6 Personen rauffahren. Es gab zahlreiche Unfälle mit versagenden Bremsen, wir werden nur gefragt ob wir denn wissen auf was wir uns einlassen. Sie kontrollieren die Pässe und wünschen uns eine gute Fahrt. Langsam im Wiegetritt schrauben wir uns rauf – viele Pausen nicht nur wegen der Fotos, verschnaufen und trinken. Nach 1000 Höhenmetern lassen wir es für heut genug sein.
Ein kleines Plateau bietet sich als Zeltplatz an. Vorher schnorren wir noch Wasser von vorbeifahrenden Touristen, bekommen sogar eine Orangenjuice fürs Frühstück.
Es gibt die köstliche Nudelspeise mit Kaffee und Tee – zufrieden und erschöpft schlüpfen wir in unsere Schlafsäcke.
Der nächste Tag zeigt uns, dass wir es nicht mehr geschafft hätten bis auf das Hochplateau 5 km und 600 Höhenmeter haben noch gefehlt. Für unsere Begriffe ists gar nicht so grün wie der Name vermuten lassen würde – auf 2100 Meter über dem Meer gibt’s große Orte und viele Menschen wohnen hier heroben.
In Nizwa einer große Oasenstadt machen wir einen Ruhetag und schlendern im Suq und Fort. Die in der Moschee wollen Barbara nur verschleiert, haben die Angst um ihren Stahlbetonbau – das Leben ist ein Heidenspass, können wir ihnen leider nicht vermitteln.
Die Planung der weiteren Route - Überquerung des Gebirges und Weiterfahrt zur Küste wird mit Erfahrungen und Meinungen andere Touristen ergänzt. Treffen schließlich welche die ungläubig meinen, „ihr wart das gestern mit den Fahrräder am Berg…“ Nach abwägen aller Informationen machen wir die Querung nicht – die Straße ist zulange eine Felspiste und auch noch sehr steil. Das ist mit den Räder und Gepäck nicht machbar. Da fahren wir lieber am Sonnberg (Jebel Schams). Beschreibung siehe Grüner Berg.
Beim Runterfahren kommen uns einige Jeeps mit Schulkindern entgegen, die sich am Fuß des Berges noch mit Chips, Keksen und Saftpackerl versorgt haben; wir können der Müllspur bis vors Geschäft folgen. Mit Lust werden leere Verpackungen an die Umwelt abgegeben. Der junge Omani ist sich schon seiner Verantwortung bewusst und erhält so die Arbeitsplätze der indischen Putzkollonen. Dafür bekommt Sultan Quabos einen Umweltpreis von der UNO schließlich ist das Land ja sauber…
Dank unserer Karte, die zum wiederholten Male Straßen einzeichnet, die noch im entstehen sind, lernen wir ein Tal kennen wo wir nie hingekommen wären. Nicht dass es dort was interessantes Neues gegeben hätte – doch der Gegenwind versüsst uns den Umweg und so schlagen wir unser Nachtlager gleich unter einem Baum auf. Am nächsten Morgen fahren wir wieder zurück auf die Hauptstraße, umrunden die Berge, wollen wir ja zu den Bienenkorbgräber in Al Ayn. Stehen fragend und suchend an einer nichtbeschilderten Kreuzung, zum Fragen kommen wir gar nicht: alle Menschen weisen uns den Weg: Diese Richtung, sie wissen wo wir hinwollen. „Das Volk hat immer recht“ und so fahren wir die uns empfohlene Straße und wirklich nach einem Kilometer tauchen die gesuchten Gräber auf.
Altes Zeug steht schon seit 4000 Jahren sehr idyllisch auf einem Hügelkamm mit großem Berg im Hintergrund. Im Wadital die Oase mit den Feldern und Palmen. Hier treffen wir wiedermal andere Touristen. Infrastruktur gibs keine. Ein schmaler Pfad führt direkt ins UNESCO-Kulturerbe. (Foto)
Am Weg nach Rustaq – größere Stadt, unsere letzte bevor wir wieder auf die Küste stossen – schlagen wir Nachtquartier nahe eines kleinen Dorfes auf. Der Gegenwind hat uns ermüdet und die Enge des Tales keinen Zeltplatz finden lassen, der einsamer wäre. Gleich bekommen wir Besuch, Abdullah und Cousin erklären uns ihre Welt und fragen uns auch über Europa aus.
Sie machen sich Sorgen und meinen wir könnten auch bei ihnen schlafen – doch wir lehnen dankend ab, unser Zelt ist uns lieber. Ganz wichtig ist Abdullah neben dem Gesundheitszentrum, sein Auto. Er fährt gerne und schnell – ja das kennen wir. Die beiden kaufen uns noch Kuchen und Saft und stellen es vors Zelt weil um 21:30 schlafen wir schon. Als Frühstück schmeckt uns der Bananenkuchen und der Zuckersaft.
Rustaq erreichen wir am Vormittag Fort und Suq geschlossen weil Freitag – so trinken wir frischen Saft mit Vanilleeis, Siesta im Hotel – nach einem köstlichen Abendessen spielen wir uns noch ein Bummerl aus und gehen schlafen.
Wadi Arbyat – das weiße Wadi – wiedermal Radgewand waschen, dh Walter hüpft in voller Montur, jedoch ohne Helm ins Wasser - endlich kommen wir zum Feuermachen. Genießen die Stille und beobachten die Kingfischer (Vögel mit blautürkisem Bauch). Es wird nicht finster, denn der Vollmond beleuchtet den weissen Schotter der dem Wadi den Namen gegeben hat. Beim Aufstehen sind wir überrascht daß alles nass ist – es hat so viel getaut, daß sich kleine Lacken neben dem Zelt bilden. Es ist kühl doch sobald die Sonne das Wadi erreicht hat – trocknet alles schnell und wir schieben unsere Räder raus durchs Wadi. Fahren im tiefen Schotter mit Tourenrädern und Gepäck nicht möglich. Subikha, der Ort am Oasenanfang, wurde uns gestern von Kindern des Nachbarortes empfohlen, „there is icecreame! in the shop“ Da kehren wir ein und stocken unseren Keks und Wasservorrat auf. Die beiden Tiefkühltruhen voll mit Eis lassen auf gute Konsumenten schließen…
Die 70 Kilometer ans Meer natürlich Gegenwind, wie könnts anders sein? Hat keine Überraschungen auf Lager. In Nachal stoppen wir und schauen uns das Fort an, welches „aus dem Felsen wächst“ – so stehts im Reiseführer. Mehrerer Busse spucken die Kreuzfahrttouristen aus. So sind wir nicht allein in der Burg.
Bei Barka erreichen wir wieder das Meer, belohnen uns mit einem Mangolassi am Strand. Lassen uns vom Rauschen in den Schlaf wiegen. Morgens werden wie es scheint extra von der Touristenwerbung zuerst Omanis auf Dromedaren und anschließend Kids auf Eseln zum Fototermin vorbeigeschickt.
Die letzten beiden Tage verbringen wir in Seeb – bisserl ausrasten, Fisch essen, an der Cornish flanieren, den Oman genießen… mittlerweile sind wir an das Land des „drive in“ gewöhnt; ungern verlassen die Omanis ihre Autos. Hier wird vorgefahren vor einen Coffee Shop zum Beispiel und gehupt. Ein Laufbursche nimmt Bestellung und Geld, im Idealfall ist alles fertig uns wird verpackt und mit dem Wechselgeld wieder ans Auto geliefert. Und der nächste kommt, hupt auch öfter weil’s nie schnell genug sein kann.
Eine erste und letzte Nachtfahrt zum Flughafen auf der hellerleuchteten Autobahn, macht uns keinen Spaß, Räder zerlegen umpacken und auf den Flug um 5:30 warten….
Abu Dhabi am Flughafen schlafen und der Rückflug nach Damaskus verspätet – eine Maschine voller pakistanischer Pilger…- die schreckt Syrien als Reiseland im Moment nicht ab
Damaskus kalt und regnerisch – da setzten wir uns ins Taxi und lassen uns die letzten 30 Kilometer nach Hause fahren.
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Hi Barbara und Walter, schön wieder einmal zu hören von Euch… Als auch ein Reisender geniesse ich natürlich Eure Reiseberichte sehr… und die Bilder vom Oman lassen zumindest für kurze Zeit die kalten Temperaturen in Wien vergessen… aber nur kurz..;-) Wie geht es denn Euch in Damaskus?
Liebe Grüsse aus Wien, Georg.
Hallo georg,
georg Am 30. Januar 2012 um 09:30 Uhrwir sind (noch) in damaskus aber niemand kann sagen wielange noch. es wird einsamer hier - wir versuchen das beste draus zu machen. gibt halt auf und abs. sehen uns aber nicht direkt gefährdet.
ja. kalt ists in damaskus auch - viel regen und so tagsüber um die 10 grad - auch nicht viel besser als in wien.
liebe grüße waba
… meine lieben … tolle fotos!!! … wie immer … und ein sehr ausfuehrlicher bericht …
karin Am 1. Februar 2012 um 01:45 Uhrauf ganz bald via skype
karin
hallo waba
wirklich toll ist euer oman blog und fotos überhaupt!!! danke für diesen ausführlichen reisebericht! vielleicht treffen wir einander nächsten winter im oman? - über diese zeilen hab ich natürlich lachen müssen: …’eine Maschine voller pakistanischer Pilger…- die schreckt Syrien als Reiseland im Moment nicht ab.’ ;-))über das foto von wa mit aloe vera maske natürlich auch HIHI! und hat’s was genützt? hab das noch nie probiert.
Alles Gute und Liebe - Busserl Andrea + Nico
machen die das nach dem rasieren?
Hoffe eure Ohren versteifen sich nicht völlig in Damaskus
liebe andrea und lieber nico,
andrea Am 9. Februar 2012 um 13:38 Uhrdas ist eine gute idee kommenden winter im oman treffen und ein wenig weiter erkunden … paki-pilger sind sicher härteres gewöhnt und mit allah auf ihrer seite haben sie nichts zu befürchten.
die aloevera-maske hat mir zu sonnenbrand am folgenden tage verholfen - so rein war walter´s haut noch nie. hurra! nach der rasur die maske. aloevera hilft auch gegen allzu steife ohren. auf bald und alles liebe waba