Ohne Rad im İran und wieder in der Tuerkei
- Geschrieben von Barbara & Walter
- April 22, 2009
- Land: Iran Türkei
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Prolog:Wir danken Euch allen vielmals fuer die Kommentare und Mails die wir zu unserem letzten Beitrag bekommen haben - und natuerlich auch fuer die vielen Tipps, Wohnungs- und Mitwohnangebote die wir erhalten haben. Waren total geruehrt und freuen uns jetzt schon SEHR aufs nach Hause kommen. Lang dauert es ja nicht mehr.
Die Familie hat uns adoptiert - insgesamt sind wir 10 Tage lang ein Teil dieser und reisen mit ihnen nach Arak, Teheran und ans kaspische Meer.
Wir haben viel Spass und koennen feststellen, dass viele İranerİnnen ihre Oberchefs gar nicht lieben, eher das Gegenteil. Sie sind sauer, weil es wenig Freiheit gibt und alles dem İslam untergeordnet ist.
Junge Menschen sind mit der freudlosen Gestaltung des Alltag, keineswegs zufrieden. Keine Meinungsfreiheit, keine Tanzveranstaltungen, gar nichts gemischt, geschlechtliches nur verheiratet oder halt kriminalisiert…mehr dazu in einem spaeteren Bericht mit der Verarbeitung der Infos und Gespraeche…
Das Essen ist köstlich und für uns wird auch extra vegetarisch gekocht. Melanzani-Gatsch mit dem feinen iranischen Reis (könnt euch schon freuen, denn das wirds bei uns sicher öfter geben). Dazu ein Fladenbrot mit Sesam und Gewürz welches auf Kieselseinen gebacken wird. Sehr schmackhaft - als Touris haben wir den Vorteil uns nicht anstellen zu müssen, die
İranerİnnen sind sehr zuvorkommend und ein Schwaetzchen über woher und wohin ist immer drinnen. Die Frage wie İran im Ausland gesehen wird interessiert auch alle. Wir können gar nicht oft genug sagen, dass wir nicht an die Terrorgeschichten glauben und schon gar nicht İran als Terroristenland sehen. Hamams werde zu Museen (Arak, Hameda und Teheran)oder wie in Tabriz zu einem Restaurant, anscheinend ist Waschen und nacke Haut auch wenn die Geschlechter getrennt sind verboten. Baden für Frauen auch nur in voller Montur von Kopftuch bis Maentelchen - so kann frau ins Meer.
Wir alle machen unser eigenes Programm halt zuhause mit Musik und Tanz, Nagelpflege und Ausflügen… Ein grosses Thema für die jungen Leute ist auswandern nach Europa, Kanada, Australien oder USA. Alle die irgendwie die Möglichkeit haben sind in Gedanken schon weg. Die mit guter Ausbildung und Geld haben auch alle Möglichkeiten.
Wir fahren nach Teheran. Am Weg dahin wird noch eine Tante besucht. Sie bewirtet uns gleich mit Tee, Nüssen, Kekse und Obst. Als wir nicht zum Essen bleiben ist sie enttaeuscht, ohne Essen so weit zu fahren geht nicht. Wir schaffen es doch in den Moloch Teheran, eine riesige Stadt - die uns ohne der gefürchteten Luftverschmutzung empfaengt: Regen hat die Luft gereinigt und unser Ausflug ins Zentrum durch schicke Einkaufsstrassen, Bazar und Moscheen laesst uns durch eine lebendige Stadt wandern. Die Hauptstaedter auch sehr hilfsbereit. Werden in der U-bahn mehrmals gefragt ob wir Hilfe brauchen, uns auskennen auch wirklich dort hinfinden wo wir hin wollen. Ein gutes Gefühl so willkommen zu sein.
Am Weg zum Kaspischen Meer muessen wir über die Berge - der hoechste Kuh e Damavant (>5.700m) zeigt sich ohne Wolken. Da müssen wir nicht drüber der Pass ist 3.000m niedriger. Eine fast perfekte Pyramide. Mit dem Meer haben wir da weniger Glueck. Regen, kalt und ein bisserl weiter oben Schnee… baden geht noch nicht. Dafür kosten wir den Kaviar und Hauswein. Der Eigenbauwein, eher ein bisserl vergorener Traubenmost ist für unseren Gaumen ungewohnt - im alkoholfreien İran jedoch hoch im Kurs.
Der Regentag wird genuetzt und Alibaba sorgt für einen neuen Haarschnitt bei den wabas.
Aus der fürsorglichen Belagerung unserer Gastgeber können wir nach 10 tollen Tagen ausbrechen und wir fahren allein nach Rasht. Mit dem Minibus langsam und gemütlich so wie wir wollen. Es waere das Taxi (Savari) schneller und sicherer sagt man uns, doch da sind wir anderer Meinung. Mit der Geschwindigkeit koennen wir noch immer nicht so wirklich gut leben.
Ostern ist hier kein grosses Thema und trotzdem finden wir Hinweise, dass der Hase auch hier aktiv ist - ein Eiermann bietet am Ostersonntag seine Ware feil, am Markt finden wir gefaerbte Küken und in einer Baeckerei eine Osterhasen-Torte. Rasht gefaellt uns, eine Kleinstadt mit allem was der Tourist braucht: Gute billige Unterkunft, einen Bazar zum Schauen und Einkaufen, Teehaeuser mit iranisch-englischer Zeitung, köstliches Essen und nette Menschen. Dazu Ausflugsmöglichkeit nach Masuleh. Ein Bergdorf wo sich die Leute seid mehr als tausend Jahren ansiedeln und so den Wirren des Grenzgebiets entkommen. Lehmhaeuser schmiegen sich an den Hang, der Winter ist noch anwesend.
Tabriz schon fast an der Grenze zur Türkei, ein riesiger Bazar 7km2 sagen sie, ein Teppichland und Krimskrams ohne Ende. Leider auch ein Erbebengebiet und so sind viele alte Gebaeude eingefallen. So auch die blaue Moschee, die jetzt ein Museum ist. Ein Ausflug nach Kandovan (= Kleinkappatokien), den Höhlen in Tuffstein. Ein Ort für Picknickkaiser, das sind die İraner ganz sicher. Ein Feuer (Brandbeschleuniger + Holzkohle gibts überall) brennt schnell für Tee, Spiesse, Salat und Brot das darf nicht fehlen, ebenso wie das selbstentfaltende Zelt für den Nachmitttagsschlaf. Decken, Teppich und Pölster und eine Küche mit Besteck und Geschirr immer dabei. Jeder Rucksack und jedes Auto hat diese Mindestausstattung. Da staunen wir ganz schön.
İn Orumiye werden wir wieder eingeladen - im Savari (Taxi) lernen wir Ali kennen. Er spricht ein paar Wörter englisch. Wir sind zu Gast bei der Wasseraufsichtsbehörde und können im Büro übernachten, nachdem das Budget-Hotel, welches wir aussuchen nicht gut genug ist. Alis Schwager und Familie sind gerade aus Australien heimgekehrt und so können wir uns unterhalten. Erfahren, dass der Taxilenker uns aufgrund unserer grossen Wini the Pooh-Tasche für Zigeuner hielt, die auf dem Weg zur Arbeit sind. Was wir verkaufen bleibt ein Geheimnis, denn Alis Englisch reicht nicht aus um das im Taxi klarzustellen. Erfahren diese lustige Geschichte erst beim Abendessen. Ja, unser letzter Abend im İran war sehr lustig und hat uns nochmals die Gastfreundschaft dieses Voelkchens gezeigt. - Und wieder gab es in diesem Fleischesserland wunderbares vegetarisches Essen fuer uns.
Durchs wilde Kurdistan geht es dann von Orumiye nach Van. Die Landschaft ein Wahnsinn - wir trauern um unsere Raeder. Ein bisserl sind wir auch froh, denn es ist Aprilwetter Sonnenschein, Schnee und dann nass-kalt. Wir kommen aber sicher wieder hierher und radeln diese Strecke. Wir hoffen ja, dass wir unsere Tour dann mit neuen Raedern zu einem spaeteren Zeitpunkt beenden koennen.
Van und sein See. Wandern durch die Stadt, essen merçemek çorba, trinken literweise Tee und geniessen die Burg mit einem Panorama auf See, Stadt und Berge.
Gestern dann ein Ausflug auf die İnsel Akdamar. Mandelbaumblüte und eine Kirche mit Kloster aus dem 10 Jh. Schildkröten sind die letzten Bewohner der İnsel.
Wir freuen uns schon auf İstambul und werden nur noch einen Zwischenstop einlegen bevor wir wieder europaeischen Boden betreten.
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İstambul und der 1.Mai
wabarad Am 1. Mai 2009 um 13:23 UhrSeit den frühen Morgenstunden gehts hier ab, Demos und kleine Menschenansammlungen auf der andern Seite die Staatsmacht mit allem was Sle haben. Als Touris haben wir nicht viel Plan was abgeht. Abends werden wir ein paar Fotos in den blog stellen. Revolutionaere Grüsse waba