Back in India
- Geschrieben von Barbara & Walter
- Oktober 8, 2008
- Land: India
- Kommentare: Keine Kommentare
- Letzter Beitrag:
- Das 1. Jahr wabarad…
- Nächster Beitrag:
- Fahren am Meer
Abschied von den Bergen
sie machen es uns nicht leicht - das sei vorausgeschickt. Von Keylong rollen wir runter nach Tuni zum Fruehstueck. Ein klassischer Strassenort, eine Bruecke, ein paar Dhabas (Beisln) der Alkshop, eine Tankstelle und ein Kaufgeschaeft. Barbara und Walter sitzen vorm Kaufgeschaeft und nehmen Parantha mit Yoghurt und Pickles zu sich - Tee darf nicht fehlen, klar. Um uns ca. 10 bis 15 Inder, die genau aufpassen was wir machen. Ein oder zwei starten den modernen Touridialog. “To which country belong?” Mehr dazu spaeter. Wir essen und sind nicht sehr erbaut - daher ist es ein kurzes Gespraech.
Leichtes Troepfeln setzt ein und wir brechen auf - wollen schliesslich raus aus den Bergen. Es wird ein ernsthafter Regen und wir ziehen unsere orangen Maentel an. Die Strasse wird weich was das Fortkommen erschwert. Die Mittagspause mit Dhali in Koksar laesst und hoffen, denn der Regen setzt kurz aus. Ein Bus nach Manali bleibt direkt vor uns stehen - wir schauen uns an, laden die Raeder aufs Dach und setzen uns rein. Gut haben wir das gemacht, denn es regnet / schneit die naechsten 3 Tage so heftig, dass der Pass gesperrt wird, 400 Touris in ihren Autos, Bussen und anderen Fahrzeugen stecken und muessen von der Armee per Hubschrauber versorgt werden… alles brauchen wir doch nicht erleben.
Wir geniesen Manali unser Hotelzimmer, den Fernseher, die Zeitung und die Suessigkeiten… mit rausgehen ist nicht viel. Am dritten Tag fahren wir mit Tenzin unserer Krankenschwester-Freundin und ihrem Sohn nach Vashisht zu den heissen Quellen.
Sobald die Sonne wieder lacht radeln wir raus aus dem Tal. Naggar, steiler Anstieg zur Burg, Kullu und weiter Richtung Chandigarh. Es wird waermer, die Palmen und Affen kommen wieder. Haben sie seit vielen Monaten nicht mehr gesehen. Alles so gruen, dass wir so geschockt sind wie VanderBellen nach der Wahl.
Die Muren die durch das Unwetter der letzten Tagen Strassen blockiert haben, verursachen Stau und Staub; nicht mal die Stauseen koennen da helfen. Ein letzter Pass auf 1300m; die Auffahrt haben wir kurz bevor die Nacht hereinbricht geschafft - naechsten Morgen geniesen wir die letzte Abfahrt nach Chandigarh auf 350m. Jetzt ist’s topfeben.
CHANDIGARH
des (Stadt-)Planersglueck - seit 50 Jahren bestehen die Sektoren je 1200m x 800 mit Schnellstrassen dazwischen. Keine Stadt fuer FussgaengerInnen - sehr lange Wege und verrueckt schneller Verkehr. Wir finden ein guenstiges Sporthotel im Zentrum. Haben mit den SportlerInnen der “special oympics” Fruehstueck und mit der Basketballmannschaft gibt es einen regen Austausch, siehe Moderner Touristendialog, “country?”…. (Hier sei an die Schmach der ital. Basketballmannschaft erinnert, die 2000 bei den special olympics auf IQ < 70 gemacht und gewonnen hat; im Nachhinein jedoch zugeben mussten, dass sie doch mehr als 70 IQ hatten - weg war sie die Goldene) Wir haben ein Saeulenzimmerl vom feinsten - dafuer sehr billig 1,5 Euro - ebenso die Kueche und der Speisesaal.
Das Museum der Stadt ist sehr informativ und gratis - verblueffen uns nur mit der mittaeglichen Sperrstund. Le Courbusier plus Neffe und Architektenpaearchen uebernehmen die Planung von einem US-Team um Meyer u.a.. Wir sehen die Baupolizei gegen fliegende Haendler bei der Arbeit - Chandigarh hat keine Maerkte und Strassenstandln vorgesehen, da gibts eigene Plaetze dafuer - alle die sich nicht drann halten, werden von den Stadtbildwaechtern eingesackt. Im Zentrum (17. Sektor) gibt es eine Fussgaengerzone unter dem Motto “shop till you drop” oder was die Kreditkarte hergibt.
Wir haben leider keinen Bedarf an der feinen Waren die angeboten wird, kennen uns auch nicht so aus mit den Marken was gerade in oder out ist. Dafuer endlich wieder guten Espresso - Hurra! Schauen uns ddann noch das Regierungsviertl an mit dem high court - da gehts zu wie im Bienenschlag - oder fuer alle die Brasil (Film 1985) kennen wie am “Amt fuer Informationswiederbeschaffung”. Duerfen sogar ohne Permit rein, wenn die wuessten…
RAJASTAN
seine Hauptstadt Jaipur ist unser erstes Ziel. Die Ebene verfuehrt zum Kilometerfressen 140 am Tag schaffen wir schon. Diese Stadt hat Leben, obwohl auch sie vor 300 Jahren geplant wurde als neue Hauptstadt… doch die Menschen haben die Planung uebernommen und so gestalltet wie sie das wollen.
Eine Parade anlaesslich eines Hindufestes bringt den Verkehr zum Erliegen. Da spazieren wir gern durch, lassen die bunten Menschen/Tiere und Dinge auf uns wirken. Sind nach der sterilen Stadt Chandigarh wieder im wirklichen Indien gelandet.
Doch wir muessen weiter der Sueden ruft, Pushkar und sein hl. See - stinken zum Himmel und die Fische habens schwer, einige schon aufgegeben und treiben mit dem Bauch in der Sonne. Priester wollen alles segnen was nach Geld aussieht - mit uns hat er’s schwer der Hr. Brahmane weil bei Atheisten kommt diese billige Geldmacherei nicht gut. Hoffen unser Karma leidet nicht.
Tage spaeter wird uns zum 1.x was geklaut in Indien, ein Opinell Taschenmesser. Kids machen bei einer Mittagsrast die Werkzeugtasche auf und weg ist er. Draufhin lernen wir die Polizei kennen. Sind auch am Land sehr freundlich und kompetent. Nur das Werkzeug ist und beibt trotzdem weg. Wir haben aber eine Einladung bei der Rueckreise doch laenger in diesem Ort “in the middle of nowhere” zu verweilen……
Sind jetzt in Udaipur mit seinen Palaesten ohne Ende - sind schon reich diese Maharadschas, leben immer noch von ihren Besitztuemern und das wie wir uns ueberzeugen konnten nicht schlecht.
MODERNER TOURISTEN-DIALOG
Inder (I.:) “To which country belong?”
Waba: “Austria”
I.:”Ah Australia, very nice country”
Waba: “Yes” (Wenn wir mued sind ist der Dialog schon zu Ende)
Waba: “AustRIA, Europe beside Germany - small country.
I:”Oh Austria very rich country.
Pause
I:”Like India?”
Waba:”Very nice people and country”
I:” What’s good name?”
Waba: “Barbara - Walter”
I: ahhhhh (vielleicht versucht er es ein paar Mal - aber eher selten”
I: First time India
Waba: No, 4-5 times
I: How much money cycle????
Waba: 12.000 Rps (entspricht Eur 200; man will ja nicht schocken…..)
I: very expensive; good bye
Ja, hundertemale haben wir diesen Dialog in leicht abgeaenderter Form praktiziert. Zu unsere Schande muessen wir aber gestehen, dass der Dialog in Hindi schon nach 2 Zeilen geendet haette…… Es ist zu einfach mit englisch durchzukommen und unsere Hindiversuche werden immer leicht belaechelt und in den kleinsten Orten versucht man dann gleich auf englich zu wechseln….
Morgen geht es wieder weiter. Und seitdem wir im Flachland ist, hat sich unser Tagesablauf auch ein wenig den neuen Umstaenden angepasst.
TAGESABLAUF
Stehen um 5 Uhtr auf, trinken den Tee aus der Thermoskanne, den wir bereits am Vortag vorbereitet haben, dazu gibt es fuer den ersten Hunger Bananen und Kekse. Um 6 Uhr wird dann aufgepackt und 10 Minuter spaeter geht es dann los - mittlerweile kann man auch was sehen…..
Am Rad, da ist das Leben schoen….. andere gehen in die Arbeit, wir sitzen puenktlich vor Sonnenaufgang im Sattel. Die Morgenfruehe, das ist unsere Zeit wenn uns der kuehle Wind (26Grad) um die Ohren weht, die Sonne macht unsere Schatten lang und die Musik von den Tempeln erfreut unser Gemuet. Inder duerfte Laerm resistent sein - es kann nicht laut genug sein. Viele Trucks haben Aussenlautsprecher und beschallen ihre Umgebung im Vorbeifahren. Dass uns zusaetzlich jeder anhupt um auf sich aufmerksam zu machen und uns zuwinkt macht den Laermpegel fuer uns manchmal unertraeglich
Nach 2 Stunden strampeln gibt es dann ein herzhaftes Fruehstueck im Truckstop - meist Paratha und Yoghurt (leck schmeck) oder auch Dhal (Linsen). Aufgrund der Hitze stoppen wir dann zwischen 11 und 15Uhr, idealerweise unter einem Baum und am Besten ein wenig ausserhalb eines Ortes und in Sicherheit vor jugendlichen Langfingern, die sich an unserem Werkzeug erfreuen wollen. Gegen 18.30 wird es dann finster und bis dahin sollten wir halt dann schon ein Plaetzchen zum Schlafen gefunden haben. Gluecklicherweise blieb uns bis jetzt in den 13 Monaten eine Fahrt im Finstern erspart……
Jetzt goennen wir uns ein riesen Abendessen und suchen noch den lokalen Markt auf um unsere Bananen, Aepfel und Kekserl fuer den naechsten Tag einzukaufen. Um 20.35 wird dann das Licht abgedreht, weil wir wollen ja wieder frueh raus.
VERKEHRSTEILNEHMER
Auch die Verkehrsteilnehmer haben sich im Flachen wieder “indualisiert” Hierzu ein paar Eindruecke:
Einen Kommentar schreiben
Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.