Das 1. Jahr wabarad…

…und da haben sich die beiden keine leichte Aufgabe gestellt: von Leh ueber Dah - Kargil - Padum - nach Raru. Anschliessend ueber den Himalaya wandernd nach Darcha - die Raeder dabei auf Pferden. Von Darcha wieder radelnd nach Keylong - Gramphoo und weiter nach Manali.

Da radeln sie immer noch die beiden. Schauen sich Gompas (=Kloester) an und campieren an ganz speziellen Plaetzen, bestaunen die Menschen bei der Ernte und wandern mal zur Abwechslung ueber das Himalayagebirge - mehr zu den einzelnen Themen und Bilder weiter unten.

Nachmittagstee
Nachmittagstee-Einladung

Im Dah-Valley - es heisst, hier sind die Leute Nachfahren von Alexander dem Grossen und seinen Maennern… - geniesen wir gleich mal Gastfreundschaft in Skorbujan. Nicht nur weil wir klarstellen, dass wir nicht aus Makkedonien stammen, sondern weil hier die Leute sich freuen uns zu sehn. Moenche stellen uns gleich einen Zeltplatz zur Verfuegung, unsere neue Nachbarin laedt zu Tee und Obst. Marillen eine Wucht: saftig, suess manchmal auch getrocknet oder als Marmelade; einfach koestlich. Die Leute hier verwerten auch die Kerne indem sie aufgeschlagen werden und das Innere essen. Schmeckt wie Mandeln.

selina, waba, susan
selina, waba, susan


Auf unserem Weg nach Kargil treffen wir zwei junge radelnde Schweizerinnen, die auch schon in Leh, im Greenhouse mit uns gewohnt haben. Wir radeln einen Vormittag zusammen, bevor sich unsere Weg wieder trennen. Viel Spass euch beiden! In Kargil ist es dann Gewissheit: fuer uns scheidet Srinagar aus - es gibt noch Ausgangssperre und die Berichte der Reisenden sind nicht ermunternd. Da haben wir mit dem Radl nix verloren, die Leute haben schon genug am Hals.

Unser Lieblingsbelag.....
Unser Lieblingsbelag…..

Unser Weg fuehrt jetzt Richtung Sueden nach Padum, 250 km Fels- und Schotterpiste. Auffaellig an den Doerfern die wir anfangs passieren ist der staendig Zugeruf: “Hallo one-pen, oder nur one-pen”. Wir deuten es erst als neuen Gruss und dann als extremes Mitteilungsbeduerfnis und Bildungshunger, der die ganze Bevoelkerung diese Tals erfasst hat. Mit schwindender Siedlungsdichte hoert dieser Zuruf jedoch voellig auf. Wir hoeren dann eher “one-tschoklaet” und das laest sich eher machen, denn Zuckerl haben wir meist dabei. Die Strasse wird eine buddhistische Lektion in Geduld. 8 km/h sind mit Gepaeck das Maximum auf dieser Rumpelstrecke. Alles andere bedeutet kaputte Raeder oder Sturzgefahr. Es muss leider gesagt werden, dass Walter die buddhistische Gelassenheit noch nicht ganz interniert hat und so ist das passiert, was kommen musste: Sturz bei einer Abfahrt. Zur Beruhigung aller es ist nicht viel passiert, ausser einer Schulter die ein paar Tage geschmerzt hat.

das Ergebnis
waba am Penzi La


Penzi La, eine Auffahrt zum Pass der “nur” 4400m hoch ist, dafuer einen Ausblick - Wahnsinn! Barbara liegt am Boden - doch es war nicht der Pass der sie geschafft hat - nein das Foto wars. Dieser Berg mit seinem Gletscher zeigt uns die Zunge: “Selber schuld, wenn ihr auf solchen Strassen radfahren muesst”

Ortsdurchfahrt
Ortsdurchfahrt

Dorfdurchfahrten wie diese entschaedigen und aber fuer die Muehen - mit Hilfe der BewohnerInnen finden wir auch den Shop - den Inhaber holen wir von seinem Tsampa-Fruehstueck, damit er uns ein paar Keks und Zuckerl verkaufen kann. Viel gibts nicht in so kleinen Geschaeften. Rauchware und Kautabak stellen den Hauptteil der Artikel, die eingekauft werden koennen.

Wa knutscht der Elch (Ibex)
Wa knutscht der Elch (Ibex)

Als wir endlich ankommen und die Raeder gegen die Bergschuhe tauschen koennen - knutscht Walter noch ein Elch (eigentlich ein Ibex). Selbiger haengt in der Bardan-gompa.

wabard faehrt wiederLadakhi-Kueche NachmittagsteeAlte Frau in SkorbuchanDer Weg nach Kargil?Bei muslim. FamilieNamimka La (Pass)selina, waba, susanBunte Berge am WegUnser Lieblingsbelag.....Berge wie bei unsSeehunde in ZanskarZanskari HausEnspurt zum Penzi La (Pass)Fotoaction am Penzi Ladas ErgebnisGletscher zeigt uns die Zunge!OrtsdurchfahrtZuschauer auf den DaechernFans vor der MauerWa knutscht der Elch (Ibex)

Mit unseren PferdefueherInnen hatten wir Glueck! Wir koennen Yangdolma und Lobsang mit ihren 4 Pferden direkt nach einem oesterreichischen Paar engagieren. Fuer die beiden ist ihr Trek zu Ende und wir beginnen nach einem Ruhetag in Padum unsere Wanderung in Raru, die letzten 24 km Rumpelpiste lassen wir uns radfahrend nicht entgehen.

WANDERUNG

Beladen der Pferde
Beladen der Pferde

Wir sind wirklich von Glueck beguenstigt - nicht weil es am Morgen als wir los wollen schneit und dadurch relativ kalt ist - nein wir haben eine horsewoman. Auf der Wanderung werden wir von allen darum beneidet, weil Frauen als Guides oder Pferdefuehrerinnen sind sehr selten und nicht zu bekommen. Beim ersten Beladen der Pferde hatten wir noch Befuerchtungen unsere Raede koennten leiden, doch gemeinsam kriegen wir das sehr gut hin - nach den 7 Tagen wandern haben wir eine kaputte Kotfluegelaufhaengung. Das ist nicht der Rede wert.

Da gehts lang!
Da gehts lang!

Wir sind es nicht gewoehnt nur den kleinen Tagesrucksack zu tragen, und nicht unsere ganze Ausruestung und noch dazu das Essen selbst zu schleppen. So sind uns die Tageetappen eher zu kurz - geniesen die fruehe Ankunft zum Kochen und in der Sonne liegen. Auch beschert uns das Tragevermoegen so eines Pferdes ungeahnte kulinarische Hoehenfluege. Wir haben viel Gemuese, Obst, verschiedene Getreidesorten, Reis, Tee, Kaffee, Suessigkeiten, Butter und was das Herz begehrt dabei. Wir kochen auf unserem neuen Kerosinkochen (Optimus), weil der Benzinkocher (ApexII, Coleman) nach langem Dienst so verstopft war, dass wir mit unseren notduerftige Reparaturen immer Angst haben mussten, eine kalte Kueche zu haben. (Fuer alle die in Indien auf Benzin kochen wollen: nehmt euch einen 2. Generator mit! Das Bezin hat hier so viele Zusatzstoffe, dass es die Kocher extrem belastet.)

Phuktal Kloster
Phuktal Kloster


Ein Ausflug zum Felsenklosten Phuktal mit Naechtigung im Kloster, laesst uns etwas Einblick in das karge und kalte Klosterleben nehmen. Die naechste Nacht duerfen wir bei unseren Pferdeleuten verbringen - Lobsang kocht koestlich und wir werden mit salzigem Buttertee abgefuellt. Das Haus steht malerisch auf einem Fels mitten im Flusstal - eine Aussichtswarte ersten Ranges.

Aufpacken vorm Haus unserer Begleiter
Aufpacken vorm Haus unserer Begleiter



In Kargyak treffen wir auf ein tschechisches Schulprojekt. Die Sonnenschule soll 30 Kindern paedagogische Unterweisung ermoeglichen. Hier haben im Winter die Schulen aufgrund der Kaelte zu und im Sommer haben die Kinder wenig Zeit, denn sie muessen auf den Feldern helfen… (mehr dazu auf www.suryaschool.org). Ein aehnliches Projekt haben auch Oesterreicher organisiert, http://www.solarschule.org/mambo/index.php).

Kleiner Nomade
Kleiner Nomade

Wir naehern uns dem Shingo La besuchen vorher noch ein Sommercamp der Yakhirtinnen und werden mit Yoghurt und Tsampa gefuettert - die Kids bekommen Sticker von Barbara. Es ist uns auch wieder einmal ein Hund zugelaufen, der mit uns ueber den Pass wandert.

Gletschersee am Shingo La
Gletschersee am Shingo La


Der Aufstieg zum Shingo La (5050m) ist eine angenehme Wanderung und vom letzten Lager sind wir in 2 Stunden oben und bewundern die Bergwelt mit Gletschern und See.

Abschied nach 7 Wandertagen
Abschied nach 7 Wandertagen


Viel zu schnell sind wir in Darcha und das Wandern ist schon wieder vorbei. Die Raeder werden sofort zusammengebaut und wir nehmen Abschied von unseren PferdefuehrerInnen.

Beladen der PferdeUnsere HorsewomanBesser als selber tragenDa gehts lang!Wandern am AbgrundVater/Bruder unseres HoresemansUnser HorsecoupleAufpacken vorm Haus unserer BegleiterIm Gleichschritt marschDie Karawane vorm ReisszahnYak und HimalayaNomadenzelte mit YahkherdeKleiner NomadeKnapp vorm Shingo La (5.050)Gletschersee am Shingo LaWaba am PassBa mit Begleiter vor GletschermundHorsewoman mit RaederpferdZusammenbau der RaederAbschied nach 7 Wandertagen

KLOESTER

Phuktal Kloster
Phuktal Kloster

Ladakh eine buddhistisches Land - es gibt auch Moslems hier - doch vorherrschend sind die Gompas (=Kloster), die uns bei (fast) jedem Ort entgegenblicken. Oft stehen sie auf Felsspitzen: es scheint dass die exponierten Lagen, die Naehe zum hoeheren Wesen verstaerken. Einige dieser Gompas sind Touristen-Mekka geworden - die Puja (Andacht) wird von wenigen Moenchen gehalten - wir die Touristen sitzen dabei und lauschen dem Gesang, sowie der Geraeusche die aus alphornaehnlichen Blasinstrumenten, Glockerln und Klarinetten erzeugt werden. Sind wir wenig, kommen wir auch in den Genuss von Buttertee und geroestetem Gerstenmehl - das schmeckt Waba sehr.

Klosterschueler
Klosterschueler

Wir Touristen moegen auch besonders die Kindermoenche (ab 6 Jahren), weil sie in ihren Kutten so lieb ausschauen, sie ein “unvergessliches” Fotomotiv darstellen - die Rotzglocken bimmeln mit der sakralen Musik um die Wette…
Einheimische konnten wir bei den Pujas, die wir besuchten bisher noch nie antreffen. Wir glauben deshalb, weil die Moenche kommen ins Haus. Groessere Haeser haben ihren eigenen (kleinen) Tempel oder Altar und fast immer einen Moench in der Verwandtscahft, der die Puja feiert oder segnet was zu segnen ist. Die Tradition ein Sohn fuer das Kloster ist sehr lebendig in Ladakh.

2 Moenche u. Wa bei theolog. Debatte
2 Moenche u. Wa bei theolog. Debatte


Manch Moench ist weitgereist, war in Amerika Europa und Afrika. Da faellt das kommunizieren leicht. Gemeinsamkeiten finden sich schnell: die Menschheit soll sich respektieren und nicht die Koepfe einschlagen…

Klosterkueche mit Chefkoch
Klosterkueche mit Chefkoch

Besonders die Klosterkuechen verdienen unsere Aufmerksamkeit, werden hier doch mit einfachsten Mitteln Koestlichkeiten erzeugt. Hier in Phuktal wird unter einer grossen Stahlplatte Feuer gemacht und drauf suesses Brot gebacken, welches mit Marillenkompott gereicht wird. Das Marillenkompott ist mit Gee (=Butterschmalz) angereichert, das gibt Kraft gegen die Kaelte der Klostermauern…

Kloster v. SkorbuchanKlosterhoehle2 Moenche u. Wa bei theolog. DebatteSteinbudha (1 Jhd v Chr)Phuktal KlosterKlosterkueche mit ChefkochHeadlama und VerwalterKlosterschuelerChapatiproduktion fuers Abendessen

ERNTEZEIT folgende Bilder ohne Wort

FeldarbeitTrockenfruechte - Marillen, Tomaten, Paprika....Spreu vom Weizen trennenAm Weg nach HauseHeumanderl bei FlussueberquerungKleiner ErntearbeiterWanderndes Grasbueschel

ZELTPLAETZE…

Bei Stupa mit Gletscherblick
Bei Stupa mit Gletscherblick


…von Mitten im Dorf bis einsam auf einer kleinen Insel im Fluss: wir tun es gern, schlafen im Zelt heisst fuer uns ein Stueck Freiheit. Die Gegend ums Zelt ist unser Garten, der Parkplatz fuer die Raeder, unsere Liegewiese und Kueche. Falls es kalt ist und wir Holz finden machen wir ein Feuer - Waerme und Kochen. Bruzeln muss was im Topf, denn erst so ein gutes selbstgekochtes Essen macht das zelten so richtig schoen. Nur ein Stueckerl halbwegs ebene Flaeche brauchen wir fuer diese Freiheit.

Unterm Nussbaum in SkurbujanAm Fluss im Hanu-ValleyJungwald am Weg nach PadumBei Stupa mit GletscherblickEbene Plaetze keine MangelwareWa beim KochenGeburtstag mit TsampakuchenEisblumen am MorgenDie PferdelfuehrerInnenEiskalt am Morgen

 

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4 Kommentare zu “Das 1. Jahr wabarad…”

     
  1. WOW! klasse blog, habe gerne Eure amüsanten und so gut beobachteten wie erzählten Beiträge gelesen wie auch Eure wunderbaren Fotos angesehen! Danke, dass Ihr uns teilhaben lasst! ich bin schon seit 4 Wochen wieder in Deutschland, es wird zunehmend kalt hier, aber irgendwie gefällts mir auch… nach der Bullen hitze in Indien… Mit Euren Berichten zieht jedenfalls wieder Sonne ein…:)
    Euch eine erlebnisreiche Weiterfahrt mit weiterhin tollen Begegnungen!
    Eure Elly
    (getroffen im Greenland in Leh Anfang August)

    Hallo Elly, super, dass du mit uns noch mitreist! Haben von Amy gehoert, dass ihr gemeinsam noch eine nette Zeit in Delhi verbracht hat. - Sind jetzt auf dem Weg zur “bullen-hitze”, in den Bergen mittlerweile schon ziemlich kalt! Gruesse an Dich und natuerlich auch Ralf

      Elly

  2.  
  3. Hallo Barbara,
    absolut beeindruckend Eure Tour mit den Pferden und Rädern, es wird zunehmend abenteurlich… wünsch Euch weiter so wunderschöne Zeltplätze und Erlebnisse und freu mich schon wieder auf ein Wiedersehen. Liebe Grüsse aus Linz, Georg.

    Hallo Georg,
    wann geht es den bei Dir los! Vergiss nicht uns Deine blog-adresse zu schicken. Dann werden wir uns an Deinen Reisegeschichten erfreuen koennen. bis dann waba

      georg

  4.  
  5. Hallo Walter und Barbara,
    wir kennen uns aus dem Mahabuddha Guesthouse in Kaza. So ab und zu schau ich mal bei Euch rein. Wenn ich über meine Zeit in Spitti erzähle, kommt ihr auch regelmäßig vor. Die Leute, die mit dem Fahrrad…dann gibts immer große Augen. Ich wünsche Euch weiterhin alles Gute, Grüße auch an Birgit und Sabine, wenn es sich ergibt,
    Uli aus Amsterdam (und auch Grüße von Fred)

    Hallo Uli,
    super nett von Dir zu hoeren! Ja, das war wie eine kleine Familie im Mahabuddha……. Birgit ist im Moment in Dharamsalla (vielleicht gerade Unterricht bei deinem Yogi - den wir uebrigens auch schon anderen empfohlen haben) und Sabine zurueck in Oesterreich. Denke, dass beide den Eintrag lesen werden und Gruesse ankommen! Uebrigens je weiter wir Richtung Leh kamen, desto mehr Leute mit dem Fahrrad…. so exotisch sind wir dann auch wieder nicht. - Freut uns aber, wenn wir bei den radfahrenden Hollaendern grosse Augen bewirken! - Schicken Euch beiden ganz liebe Gruesse aus Mandi! und Barbara, die leute, die mit dem Fahrrad…..

      uli

  6.  
  7. HUI!
    Hallo Ihr beiden Lieben!
    Schön habt Ihr´s da wo Ihr Euch grad herumtreibt! Diese Welt, unsere Erde mit ihren unvergleichlichen und noch schwerer zu beschreibenden Landschaften ist ein echter Wahnsinn! Dabei kann ich ja von hier aus “nur” Eure Bilder bestaunen. Jegliche Radionachricht verliert durch das Lesen Eures Tagebuchs enorm an Relevanz und Kraft: “Weltfinanzkrise? 700.000 tausend Millionen Dollar verzockt? - Wen interessiert denn das?!” ;)
    Danke.
    Wirklich: habt ganz herzlich Dank dafür, daß ich hier sitzend doch ein bißchen bei Euch sein kann!
    Ganz lieb grüßt und drückt Euch:
    Solvi

    hi solvi, danke fuer die blumen - ja, wir haben auch spass hier in indien und auch beim schreiben der berichte fuer wabarad.info. sonst alles bestens und taeten uns freuen wenn ihr und das tandem ein wenig radfahren koenntet mit uns in der ebene. da waer der windschatten ein hit, abends koennten wir zelten, kochen usw zusammen…
    als dann auf bald
    waba

      reisende

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