Paesse und Seen zwischen Kaza und Leh

Vor fast einem Monat haben wir Kaza im Spiti-tal verlassen und uns ueber 5 Paesse nach Leh Ladakh (im Indus-tal) durchgeradelt. In Kaza hatten wir ein Guesthouse mit Familienanschluss, ein Geschaeft mit Waren Allerart, eine Arztpraxis (nicht, dass wir sie gebraucht haetten, aber sicher ist sicher), einen Garten als Oase der Ruhe und eine Superkueche, bevor es in die Berge ging.

Rauf das Spitital nach Losar, mit einem Gegenwind, dass wir die Freude am Radfahren bei jeder Kurbelumdrehung neu entdecken konnten - dafuer abends der Campingplatz mit Grasboden, eigener Quelle, Pferden und auch Besuch.
Der Kunzum La (La = Pass) wird zu einer Fels und Schotterpartie die uns oefter zum Schieben zwingt, als uns lieb ist. Mit Gepaeck und mehr als 10% Steigung auf losem Schotter geht nix mehr.

Die pure Freude erst am Chandratal (Tal = See), denn da hoert die Schotterpiste auf und das Wasser beginnt. Allerding mussten wir die Sackgasse wieder retour. Treffen dort aber Birgit und Bavo, verbringen 2 wunderbare Tage am See, der mit seinen 14 Grad zum Schwimmen einlaedt.
Die Weiterfahrt durch die Steinwueste wird uns durch kraeftigen Gegenwind versuesst. Wir sind nun 3, denn Bavo aus Belgien schliesst sich an. Leider kann Walters Gepaecktraeger diese Suesse nicht geniesen, der loest sich angesichts der vielen Hoppelfelsen auf. Ein weiteres mal flickt Walter ihn - diesmal kommt schweres Stahlband zum Einsatz. Alle, die gespannt sind, ob die 15. Reparatur endlich halten wird, koennen wir erloesen - bis zum Eintreffen des neuen Tubus aus Leipzig (www.rueckenwind-Leipzig.de, sei Dank!) kann dieses massive Teil das Gepaeck und Walter ertragen.


Furten immer ein Thema: Eiskalte Gletscherbaeche fliesen einfach wo sie wollen und das ist halt auch ab und an die Strasse, wo wir uns bewegen. Neben Augen zu und durch - geht nicht immer - ziehen wir auch die Schuhe aus und waten das Rad schiebend durchs Wasser. Das geht auch nicht immer. Wenns zu reissend ist, warten wir auf Hilfe, von einem Truck, Traktor, Catapillar, alles ist uns recht, was uns dann ueber das wilde Nass bringt. Da sind die Inder einfallsreich…
Kurz vor Keylong sind wir ein Quartet, wir nehmen noch Amy die Radlerin aus Alaska auf. Nicht nur, weil sie sich mit kaltem Wasser auskennt, nein es ist mehr Asyl, da ihre nun Exmitradlerin aufgrund anhaltender Raddefekte und anderer nicht genauer zu nennenden Problemlagen ausscheidet. So gestaerkt fuehlen wir uns den kommenden 4 Paessen gewachsen.

Ein halber Regentag beim Anstieg zum Baralacha La laesst uns im Zelt noch eine Verschnaufpause einlegen. Wir schaffen es noch bis Zingzingbar. Eine Dhaba (Zelt mit Essen und nicht Bar mit langem Tresen) bildet diesen Ort auf fast 4600m. Was uns einigermassen beruhigt, ist das hier erhaeltliche Haarfaerbemittel, da der Regen ja Schaden an unserem Haar hinterlassen koennte, was umgehend mit dem Sortiment der Dhaba Zingzingbars behoben werden koennte. Brauchen es nicht.

Ein weiteres Lager wird in einer Spitzkehre direkt am Abgrund notwenig - doch tagsdrauf ein Gipfel- bzw. Passerlebnis, “Berg frei” der Baralacha La ist bezwungen. Wir danken den StrassenarbeiterInnen fuer ihre Muehen die Strasse und deren Belag befahrbar zu erhalten.



How is the watersupply? eine ganz wichtige Sache, denn durschtig sind wir und trinken viel, Wasser und Tee, auch salzigen Buttertee. Morgens vermischen wir den Tee mit Tsampa (geroestetes Gerstenmehl, sehr kosetlich) was uns Kraft fuer die Anstiege gibt . Ohne der Tsamperei koennen wir uns gar nicht mehr vorstellen radzufahren.

LKW-Begegnungen - alle sehr ruecksichtsvoll, bisher hatten wir nicht ein Zusammentreffen, das fuer uns gefaehrlich werden haette koennen. Danke an die Kraftfahrer, die oft Geduld bewiesen haben.

21 Kehren, die Gata Loops rauf zum Lachung La - unser erster 5000-er Pass. Hier muessen wir leider oesterr. Vandalen dokumentieren, die alles beschmieren - ein Deutscher ist noch impertinenter; nicht nur beschmieren, sondern auch noch der erste sein wollen, ja so sind einige unserer Nachbarn. Die Luft ist duenn, Walter muss ganz schoen schnaufen / keuchen. Also runter eine Schlucht (Kangla Jal, fuer alle dies wissen wollen) mit Bergen und Farben - ein Wahnsinn.

Die Morray Plains eine Wuestenflaeche auf 4.800 m; 45 km kein Ort nur Yaks und Nomaden. Jedoch nur erstere an der Strasse, zweitere eher in den Bergen. Die Piste/Strasse zieht sich hier in vielen Spuren durch die Ebene.
Shortcuts (=Abkuerzungen) sind sehr beliebt bei den Truckfahrern. Hoppeln auch gern steile Haenge runter - in den Plains jedoch fahren sie, Staubfahnen wie Komentenschweif hinter sich her ziehend, ueberall.
Wir finden am Fuss des Tanglang La einen mehr oder weniger staubigen Campingplatz - jedoch ohne Wasser. Die von der Karte versprochene Wasserpumpe finden wir nicht. Stoppen daher LKWs und Jeeps und schnorren Wasser. Das funktioniert praechtig und so haben wir in kuerze 10 Liter gesammelt und gefiltert.

“Radfahrer haben so was ruehrendes, so was verfuehrendes, wenn ich so einen Radfahrer seh, wird mir ums (wiener) Herz so weh, Haaallo!” mussten dieses Lied selber singen denn Qualtingerfans waren unter den Truckfahrern nicht zu finden. Dafuer treffen wir Birgit, die auf der Fahrt von Manali nach Leh unterwegs ist und zum Fruehstueck stoppt. Das Tsampa haben wir schon gegessen und so geben wir ihr eine schwere Tasche mit, die sie zur Passhoehe birngt.
5.325m unser hoechster Pass, sind auch ganz schoen erschoepft und freuen uns ueber den Tee im Zelt und auf die Abfahrt. Haben wir ja 2000m runter nach Leh.

Die ersten 5 km sind leider genau so schnell wie rauf, denn die Strasse wird ausgebaut und man bittet auf Schilder um unsere Geduld - sie bauen auch fuer uns. Baustellen verursachen immer Stau - hier auf 5.200m heisst es warten auf dem Highway 25 bis wir weiter duerfen. Es kommt der ersehnte Asphalt und wir sausen dem Tal entgegen, Ueberholen die LKW weil 25 km/h sind uns zu langsam; bis 60 km/h machen wir schon, wenns die Strasse zulaesst.
Wir sehen wieder Gruen, Gras, Buesche und Baeume entlang des Flusses. Essen auch wieder mal was anderes als 2 Minuten Nudeln: Dhali (Reis, Linsen und Gemuese dazu Dschabati und Tee mit Keksen, lecker). Die Berge verfaerben sich rot und die Formen unbeschreiblich - schaut euch das mal in natura an!
Gebetsmuehlen mit einer gewissen Groesse dreht Barbara als Dank fuer die gelungene Ueberquerung und in der Hoffnung ein internationales Telefon zu finden, weil Bavos Freundin Geburtstag hat.

Shey ist unser letztes Camp vor Leh - wir geniesen die Ruhe mit den Tieren und das Kloster Thiksey in der Abendsonne.
Leh, die Hauptstadt von Ladakh hat sicher genauso viele Touristen wie Einwohner. Es geht zu wie in Caorle an einem Augustwochenende. Hier finden wir auch alle Fachmaenner fuer unsre reparaturbeduerftigen Teile. An Walters Radbrille wird vom Zahntechniker ein Buegel sehr kopfgerecht wieder angebracht. Als Bonus schaut sich die bekannte Dentistin gleich die Zaehne an. Alles in Ordung, sie hat nicht gebohrt.

Leider lassen es die Internetverbindungen hier nicht zu, dass wir Euch die dazupassenden Fotos zeigen. Hoffen Euch diese bald nachliefern zu koennen!!!

So, wir haben es geschafft, nach mehr als 2 Wochen wurde jetzt das Internetcafe gefunden um unser Versprechen einzuloesen. Hier 3 Galerien, die unsere Anreise nach Leh dokumentieren……

von Kaza ueber Chandratal nach Keylong

Von Keylong ueber die hohen Paesse nach Leh

wir haben es geschafft!!!!

 

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2 Kommentare zu “Paesse und Seen zwischen Kaza und Leh”

     
  1. hallo ihr beiden,
    das klingt ja recht anstrengend aber auch sehr nett und schoen. gibt ja offenbar doch einige veosophInnen auf der welt, haben hier in zacatecas auch einen netten schweizer getroffen der von panama hier rauf gefahren ist.
    zacatecas ist ja wirkliche eine sehr nette stadt mit viel museen usw. waren gestern in der corona-brauerei, das war weniger erfolgreich, war aber auch nicht anders zu erwarten.
    wo wird es denn bei euch weiter gehen? wir treffen naechste woche dann michi und martin in guadalajara, wird sicher auch sehr nett.
    bussi und alles gut
    sandro

    hallo sandro,
    ja, das war schon anstrengend - aber das bleibt es weiterhin. dafuer haben wirs auch ganz gut und sind froh hier in den bergen zu sein. hier auch viele radlerInnen und das macht das fachsimpeln ganz lustig.
    lg auf bald die routenplanung steht noch aus. lg waba

      sandro

  2.  
  3. hurra! die bilder sind drinnen und noch so schoen, danke

      wabarad

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