Ein halbes Jahr und kein bisserl mued
- Geschrieben von Barbara & Walter
- März 24, 2008
- Land: India
- Kommentare: 5 Kommentare
- Letzter Beitrag:
- Delhi India
- Nächster Beitrag:
- In der buckligen Welt Indiens
Unsere Halbjahresfeier am Dachresti in Delhi mit dem zuendenden Namen “Everest” war ein vollen Erfolg. Zu 6 Monaten, 6000 Kilometern und 45.000 Hoehenmetern gibt es gutes veg. Essen und ein geteiltes Bier aus der Teekanne - da duerfte es wohl ein Lizenzproblem geben….. Der Gusto auf Bier haelt sich in Grenzen, es war bisher das einzige, denn das Gebraeu ist auch nicht so, dass wir Lust auf mehr verspueren. Zur Rettung muss gesagt werden: es ist besser als das syrische Bier.
Die Ausfahrt von Delhi bestreiten wir vermummt. Nicht dass du denkst wir fahren auf eine Demo, nein es ist die Luftqualitaet, die uns zu dieser Massnahme greifen laesst. Schoen ist, dass wir schon um 7:00 Uhr jede Menge Gleichgesinnte haben, die mit uns strampel. Leider koennen wir nicht den direkten Weg nehmen, denn das Radfahrverbot auf der Mautautobahnen nehmen sie sehr genau. Alles Jammern und Argumentieren hilft nicht - wir muessen wieder umkehren und fahren auf der Autobahn gegen die Fahrtrichtung…. das ist kein Problem; uns auch nicht. Schliesslich finden wir die richtige Strasse (Beschilderung waere verbesserungswuerdig).
Nach 30 km endlich etwas ruhiger, die Stadt liegt hinter uns und Felder tun sich auf. Ein ruhiges Radeln und oft haben wir von einem Dorf zum naechsten ein paar Radler, die mit uns fahren. Koennten auch Kraefte messen, denn sie wollen das Rennen. In der Ebene haben wir so einen Schnitt um die 22 km/h, gemuehtlich dahinrollend. Wenn wir ueberholen, sind sie herausgefordert und geben auch Gas. So kommts, dass wir uns dann vier, fuenf mal ueberholen bis der Herausfoerderer das Ziel erreicht hat, abbiegt und wir uns verabschieden. Ganz ganz lustige Begegnungen.
Sobald wir aber stehen bleiben um z.b. eine Jause einzukaufen sind wir nicht mehr alleine. Jeder Schritt wird beobachtet und kommentiert. Auslaender auf Raedern essen Bananen und trinken Wasser, oder Tee…. Leider ist unser Hindi immer noch schlecht und wir koennen nur auf englisch kommunizieren.
Der Verkehr und seine Teilnehmer ist ruecksichtsvoll zu uns. Die Hackordung, die unter den Fahrzeugen besteht, hoert bei den Fahrraedern (vielleicht nur bei denen mit Helmen) auf. Ansonsten gilt das Recht des Staerkeren: Busse vor LKWs vor kleineren Bussen, dann grosse 4×4 Waegen vor Vans, Jeeps, am Ende Kleinwagen und Motorraeder. Ochsenkarren und Pferdewaegen Rikschas und Fahrraeder sind irgendwie ausser Konkurrenz.
Laufen muessen die Fuggaenger, wenn sie ueber die Strasse wollen, das ist schon nervig - die haben gar keine Rechte, so auch das Schild “lauf Kind mit deiner Handtasche”….
Wir besuchen den Jim Corbett Nationalpark - erstes Ziel: einen Tiger zu sehen. Denn Tiger bringen Glueck und beschuetzen dich und segnen dein Vorhaben. Wussten wir vorher nicht und deshalb nahmen wirs nicht so ernst. Doch es sei gesagt, einen Tiger haben wir gesehen und wie. Mit vielen andern auf Jeeps stehend haben wir ihm nachgespuehrt und schliesslich kurz vorm Ende der Besuchszeit haben wir ihm fast ins Auge gesehen.
Ganz cool spaziert er ueber die Strasse und verschwindet im Dschungel. Fuers Foto zu schnell, wollten wir doch vor allem den Augenblick geniessen. Wir muessen in unser Gehege vor Sonnenuntergang, ein Huetteldorf mit elektrischer Einzaeunung, damit die Leute nicht abhauen oder einer der 164 Tiger auf Besuch kommt. Um 6:00 Uhr morgens die Rueckfahrt. Wir befinden wir uns ja tief im Nationalpark (ca. 50km) und koennen am Weg den Elefanten beim Fruehstueck zusehen. Die Krokodile liegen immer noch dort wo sie gestern gelegen sind - faule Hunde! Das Museum am Eingang besichtigen wir noch zum Abschluss unseres Tigerabenteuers - beste 70-er Jahre mit seinen Plastikatrappen und Landschaften, ein Muss.
Die Ebene ist uns schon immer ein wenig zu flach gewesen, daher Nainital, wo unser erster Pass mit ueber 2100 m auf uns wartet. Es ist nicht nur wegen der Berge sondern auch wegen der Hitze. In der Ebene kriegt es jetzt schon locker 36 Grad, zum Radfahren schon heiss. Am Berg ist es besser und Nainital liegt auf 1900. Kompliment an die Inder der Anstieg ist lang; 30 km mit durchschnittlich 6% und einzelne Rampen mit 14% - eine bewaeltigbare Sache. Wenn da nicht der Regen ausserhalb der Regenzeit waere.
Erste Regenpause verbringen wir im Resti mittagessend, die zweite unter einem Felsen und bei der dritten gewitterts und stuermts, dass wir nicht weit vom Ziel entfernt uebernachten. Wird eine gute Nacht mit super gutem Abendessen. Der kommende Tag ist wieder strahlend schoen mit Ausblick auf die Terrassenfelder und die Ebene weit unter uns. So erreichen wir dann am fruehen Vomrittag Nainital mit See und allem was so zu einem Bergort gehoert - koennt fast bei uns sein. Nach den Bildern wirds “Holi”, weiterschaun, nicht aufgeben!
Und wieder einmal haben wir Glueck! Wir kommen rechtzeitig vor den Massen an. - Die Inder feiern heuer fast parallel zu Ostern ihr Holi-Fest; das Fest zur Fruehjahrssonnenwende. Ein Familienfest mit allem was dazugehoert, Feuer, Farbe Ausgelassenheit, Musik und bei einigen eine gute Portion Rausch. Nicht nur, aber meist vom Alkohol - auch andere Rauschmittel werden genossen. Wir spielen mit und werden auch gleich voll miteinbezogen.
Bunt wie die Hunde - oder auch Affen - werden wir zum Essen, Tanzen und mitfeiern eingeladen. Auch tagsdarauf duerfen wir zum Essen kommen - es wird “hilli-food” fuer uns gekocht (schwarze Linsen mit Getreideschrotbrei dazu Gewuerzsauce und Chabati. Koestlich! Ja, es gefaellt uns hier in Nainital. Am Sonntag ziehen die Massen wieder ab und wir bleiben mit einigen wenigen ueber und haben Berge und Seen sowie auch unser Hotel mit dem traumhaften Ausblick wieder fuer uns…….
Einen Kommentar schreiben
Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.
Und wir waren gerade eine woche in Donnersbachwald schifoan, den Kindern hats sehr getaugt, Uschi ist nachgekommen, und hat sich am letzten Abend bei einem Rodelunfall den Knöchel gebrochen - witziger Kontrast zu Euren 40 Grad…
alles gute weiterhin, Bernd
hallo bernd,
baumgartl@navreme.net Am 24. März 2008 um 23:54 Uhrja wir habens gut auch auf den bergen - nur dass der schnee hier erst ab schaetz ich mal 3500 m beginnt. wir koennen ihn manchmal riechen am abend wenn der wind geht… sehen koennen wir ihn nicht, weils so diesig ist. Uschi alles gute fuer ihren knoechel - werden einen baba um rasche genesung bitten. gruss und kuss von uns beiden.
hallo ihr lieben und besonders barbara!!!
alles gute zum geburtstag, ich hoffe ihr habt es nett und feiert schön!!
gaaaaanz viele bussis
danke nochmal für mein packerl, ich kann dir leider nix schicken nur ein dickes bussi. wir denken auch ganz viel an dich/euch nicht nur heut:)
Hallo Anna,
anna Am 30. März 2008 um 18:04 Uhrdanke fuer die wuensche - hatten eine sehr nette geburtstagsfeier, mit musik und torte. das geschenk, welches du nach Damaskus gebracht hast war auch sehr sehr gut. Hat sich Barbara einen Haxen ausgefreut. Sonst strampeln wir sehr fleissig - uff die Berge sind ganz schoen hoch. Mehr davon aber bei unserem nexten Bericht.
Bussi Barbara und Walter
Hallihallo Ihr beiden lieben!
Erstmal ALLESGUTEZUMGEBUTSTAG liebe Barbara!
Lassts euch gut gehen und viel Spass auf eurer weiteren Reise! Wir sehn uns auf dem Rueckweg in Leipzig?
Wuerden uns echt freuen!
bis demnaeXT
Solvi&Ronny aus Kairo
hallo ihr beiden,
reisende Am 6. April 2008 um 19:02 Uhrja wir habens immer noch sehr nett - sowohl was die leute als auch die landschaft anlangt. beides sehr sehr gut zu uns. in den bergen hat sich unser hoehenmeterkonto dramatisch erhoeht, km machen wir nicht allzu viele. Leipzig steht auf der liste wir kommen gern bei euch vorbei. bussi und danke fuer die geburtstagswuensche - und viel viel zu spaet auch alles liebe an Solvi! auf bald waba
So was schönes, so was gutes
Alles klingt sehr schön. Traumhaft.
Ihr habt’s gut, genieest es reichlich.
Wunsche alles bestens für euch beide.
liebe gruesse, zafer
hi aziz, ja das machen wir - geniesen alles was uns unterkommt - das ist manchmal auch zu viel (Duennschiss) alles gute nach I.
zafer Am 7. April 2008 um 14:35 Uhrbussi waba
hallo ihr zwei lieben,
schon lang nichts mehr von euch gehört. meldets euch halt mal wieder wenn ihr in internetnähe seids.
bussi sandri
lieber sandro, wir leben noch und das sehr gut! alles bestens neuer bericht in bearbeitung. wir gruessen auch alle affen von dir und anna - kommen da manchmal gar nicht zum radfahren.
Sandri Am 19. April 2008 um 12:24 Uhrviele bussi waba