Hos Geldeniz
- Geschrieben von Barbara & Walter
- Dezember 5, 2007
- Land: Türkei
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Smyrna/İzmir, eine weitere grosse Stadt auf unserem Weg. Wir sind ganz angetan, dass die izmirer Bucht saniert ist. Früher war das eine stinkende Kloake - jetzt ein kleines Erholungsgebiet (sieht man von der Stadtautobahn ab) mit Wiese, Springbrunnen und Radweg! Wir verirren uns, nicht zuletzt weil der Radweg im Nirwana endet…. Finden aber dann doch nach laengerer Suche ein Hotel. Wir nehmen nicht das günstigste Zimmer um 3,- YTL (billiger als 1 Liter Benzin, die wollten Barbara als Frau allein nicht nehmen. Hier muss erwaehnt werden, dass Barbara die Quartiermeisterin ist und alle Zimmer und Preise aushandelt).
Für Hotel very good, konnten wir uns auch nicht erwaehrmen - da es für 40,- YTL keine Dusche und nur mehrfachbenutzte Bettwaesche gab… schliesslich finden wir aber um 25,- ein annehmbares Zimmerl mit einer Terrasse auf der das Zelt trocknen kann und wir auch Warmwasser (sehr wichtig) haben. Fühlen uns sehr wohl im alten Viertel um den Bazar, alles da was wir brauchen. Kaufen einen Pullover und Trockenfrüchte für unser Müsli und gehen essen in die ausgezeichneten Garküchen, wandern um die Agora und bewundern das alte und neue - Smyrna / İzmir.
So tuen wir auch weiter - eine schnelle Fahrt nach Selcuk / Ephesos. Rückenwind laesst uns gut Kilometer machen… In unserem Guesthouse in Selcuk kriegen wir fast alles was wir wollen - nur ein kleiner Streit um das versprochene Warmwasser laesst unseren Vermieter morgens etwas schlecht aussehen. Soll vielleicht auch nicht so viel Alkohol zu sich nehmen, dann ginge es ihm auch besser.
Wir lassen uns die Laune nicht verderen und radeln nach Efes. Treffen dort nicht auf die intreganten österreichischen ArcheologInnen, die vernadern sich lieber in Wien vor Gericht haben wir uns sagen lassen. Beeindruckend die Hanghaeuser, die sind wirklich super toll aufbereitet und auch dem Laien zugaenglich. Ein Wohnblock (insula) mit einigen Wohnungen von 950 m2 bis kleinen Einheiten wird praesentiert. Auch die historische Abfolge von helenistisch über römisch bis byzantinisch ist hervorragend dokumentiert. Der Schwerpunkt liegt auf den Wohnungen aus der römischen Epoche 1.Jh. n. Chr. Da die Hanghaeuser im Eintrittspreis nicht inkludiert sind, sind wir beide mit noch einem Paaerchen die einzigen BesucherInnen.
Zwei kleine Engel (melek) fuer Aziz, die Celsus Bibliothek und die Hauptstrasse von Ephesos duerfen nicht fehlen, war es ja mal die Hauptstadt der Provinz Asia mit über 250.000 EinwohnerInnen.
Wir folgen der Küste, finden ausgezeichnete Campgrounds zB in Akbük bei Didim - der Abendhimmel ein Wahnsinn (Walters Rad braucht Service) und Iasos wo uns auch Schafe und Kühe besuchen. Der kleine Hafenort Iasos ein toller Ort mit einem Gemüse- Obstmarkt und extrem netten Leuten.
Die Küstenstrasse hat es in sich mit Rampen bis zu 16% und lange Anstiege lassen unsere Beinmuskeln wachsen. Hier ein Exkurs zu den türkischen Strassenbelaegen: es sind 35 bis 40mm Kiesel, die auf ein zartes Asphaltbett gelegt werden. Ein Streuselkuchen genau so schauts aus… taet es sich um Kuba handeln, schrieben alle schon wieder, dass der fehlende Asphalt ein sicheres Anzeichen fuer den Sturz des Kommunismus auf Kuba ist. In der Türkei natürlich keine Rede davon. Wir bemerken den Belag in einem exorbitantem Rollwiderstand und fühlen uns wie auf einem Massagesessel. Erst bei 5% Abfahrten beginnt das Rad von alleine zu laufen, vorher heisst es auch bergab treten. Fuer die türkischen Autofahrer auch nicht so leicht, der Sprit ist sehr teuer 3,20 Lira, das sind an die 2.- Euro, und der Reifenverschleiss… vielleicht macht der Belag Sinn bei der Hitze, dass sich nicht so tiefe Spurrillen bilden - wer weiss die Türken, die wir fragten wissen es auch nicht. Einer hat gemeint, hier in der Türkei wird gebaut und da macht man sich nicht so viele Gedanken… Ein Hoch auf unsere Reifen! (Schwalbe Marathon, wers wissen will.)
Ja, aber Barbaras Gepaecktraeger bereitet uns einige Sorgen. Haben wir in İstanbul schon mit groesster Muehe einen Aluschweisser gefunden, bricht gluecklicherweise vor einer Tischlerei gleich zweimal die Halterung. Der Tischler nimmt sich sofort unseres Problems an, schnappt das kaputte Ding, schwingt sich ohne grosse Erklaerung auf sein Moped und kommt ca. eine Stunde mit dem reparierten Gepaecktraeger zurueck, der dann gemeinsam mit Walter wieder montiert wird.
Wir muessen Mustafa so leid getan haben, dass er weder fuer die Reparatur - die ein Mensch gemacht hat, den wir nie gesehen haben noch für seinen Einsatz Geld von uns nehmen wollte - So sind sie die Tuerken………
Wir erradeln viele Höhenmeter auf der Küstenstrasse, 1150 am staerksten Tag. Die Tage werden noch immer kürzer, sodass unser Zeitfenster fürs Fahren kurz ist: 4 max. 5 Stunden. Es gibt auch wirklich Erfolgserlebnisse - wie der Pass, den wir schon auf der Karte ausgemacht haben, und auf den wir hinfahren und uns schon überlegen ob wirs noch schaffen. Er stellt sich für uns als Abfahrt heraus.
Die 700 Hm wurden schon tagsüber erstrampelt und wir müssen nur noch den Pass hinunterfahren nach Gökova. Hurra.
Versorgen uns mit Obst. Mandarinen und Orangen- sind gerade reif eben so wie die Zitronen für den Tee.
Gerade ist das Wetter noch schön und wir sind ganz wild aufs radfahren - und auch ein wenig dabei eine kleine Bleibe für die naechste Zeit zu finden. Wir wollen einmal ein paar Tage ausspannen und nicht radln, sondern die Berge erklimmen… da kommt der grosse Regen. Eine Familie rettet uns. Dürfen im alten Haus naechtigen (die Einrichtung bringen wir selber mit) und werden dann auch noch zum Essen eingeladen. Das Glück ist, dass die Tochter des Hauses Englisch studiert. Da laesst sich kommunizieren. Wir sind sonst auf unser Wörterbuch angewiesen.
Nach einer Regenfahrt sind wir gestern in Fethiye gelandet. Hier warten wir in einem kleinen Hotel mit traumhafter Aussicht auf den Hafen und die wolkenverhangenen Berge, bis es wieder besser wird.
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hallihallo,
wir haben euch gefunden.
reisende Am 9. Dezember 2007 um 21:08 Uhrsogar im netz.
falls wir uns hoffentlich nochmal treffen und ihr noch keinen gepaecktraeger habt, hier unser vorschlag. wir tauschen. und bringen uns einfach einen neuen aus moffistan mit, ist echt kein problem.
wir sind leider schrecklich im regen vor demre haengen geblieben und werden morgen frueh richtung olympos starten… mal sehn wie das wetter wird…
bis bald
ronny und solvi
super schön!
anna Am 10. Dezember 2007 um 10:55 Uhrhmm, alles klingt sehr schoen. Ich halte mich allmaehlich fuer ein idiot, da ich ganze zeit in istanbul herum hocke (muss ich doch sagen; ganz typisch turkisch:) und euch lese, wie schoen jetzt unterwegs sein ist.
zafer Am 13. Dezember 2007 um 00:46 UhrAber ja, trotzdem finde ich doch sehr gut, dass wenigstens einige von uns es tun.
Yolunuz açik olsun und genisst die turkei.
aziz